Stellungnahme: Im September 2025 wird im AStA-Tunnel eine Zeugin einer Polizeimaßnahme, die sich gegen junge Personen richtete, von Beamt* innen körperlich angegangen. Nun droht ihr die Verurteilung zu 2700€ und eine Vorstrafe.
Im September des letzten Jahres verfolgten Osnabrücker Polizist*innen drei junge Erwachsene durch die Innenstadt. Im Tunnel an der Alten Münze 12 kesselten sie die drei dann. Alle drei waren Persons of Colour. Der Grund für die Verfolgung war angeblich Ladendiebstahl.
Personen, die sich im anliegenden Café Mano Negra befanden, wurden aufgrund des Lärms auf die Situation aufmerksam und versuchten dem Geschehen näher zu kommen. Die Polizist*innen versuchten dies zu unterbinden. Mehrere Personen wurden dabei eingeschlossen, einer Person gelang es durch die Tür in den Tunnel zu gelangen.
Als die Person darauf beharrte zu erfahren, was der Blaulicht-Zirkus sollte, brachte eine Polizistin sie ohne Vorwarnung zu Boden, mit dem Gesicht voran. Man drohte mit Schlägen, wenn sie nicht ruhig sei. Kurz darauf wurde sie in einen Streifenwagen verfrachtet und auf die Wache gebracht. Einige Monate später, kam ein Brief von der Bullerei. Der Vorwurf: Widerstand und tätlicher Angriff gegen Polizeibeamte. Und nun vor kurzem erreichte sie der Strafbefehl: 90 Tagessätze zu 30€.
Ein wunderbares Beispiel für den Umgang der Polizei mit Kritik an ihrer Arbeit und solidarischem Verhalten gegenüber Betroffenen. Zu keinem Zeitpunkt bestand irgendeine reelle Gefahr des Eingreifens der Zeugin und auch von den drei verängstigten jungen Erwachsenen ging keinerlei Aktivität aus. Doch scheinbar waren die Beamt*innen so doll in ihrem Blockbuster-Krimi-Thriller gefangen, dass sie nur mit roher Gewalt auf die kritischen Nachfragen antworten konnten.
Ein paar Wochen nach dem Vorfall im September 2025: Selber Ort, wieder eine Verfolgungsjagd. Und auch diesmal wird eine Person, die nur Zeug*in ist hart angegangen.
Was ist los mit der Osnabrücker Polizei? Haben wir vielleicht ein Polizeiproblem? Na klar haben wir das. Es gibt ganz offensichtlich ein Problem bei der Polizei. In Osnabrück fällt dieses auch auf und äußert sich vermehrt in Fällen von Polizeigewalt gerade durch junge Polizist*innen. Und lösen lässt sich dies allein durch Entzug von Waffen, Geldern und ein Ende der faktischen Straffreiheit für diese *** in Blau.
Wenn es vielleicht auch schwierig ist sich dies vorzustellen, müssen wir als Gesellschaft, von einer Straflogik die bewaffnete Gangs braucht, loskommen. Und bis dahin dürfen wir uns von so etwas nicht abschrecken lassen und sollten solidarisch mit Betroffenen sein und den Behörden zeigen, dass wir ihre Arbeit nicht gut finden! Bietet euch als Zeug*innen an. Filmt Fehlverhalten. Unterstützt Betroffene.
No Justice! No Peace! Abolish the Police!
Verfasst von Zeug*innen der beiden Vorfälle.
23.06.2026, Osnabrück
